Sozialethik-Professor Segbers in Nienburg

DIE HARKE vom 10. Mai 2014, Nr. 108, S. 24

Am Dienstag, 13. Mai, um 19.30 Uhr spricht Dr. Franz Segbers, Professor für Sozialethik an der Universität Marburg, im Gemeindesaal der Kreuzkirche in Nienburg auf Einladung des Diakonischen Werkes, der Kreuzkirche und der Bürgerinitiative „Bedingungsloses Grundeinkommen Nienburg“. Der Eintritt ist frei.

Thema von Prof. Segbers, der im vergangenen Jahr mit einem Grundsatz-Vortrag zum Ausbau des Sozialstaates durch ein von der Erwerbsarbeit abgekoppeltes Grundeinkommen große Aufmerksamkeit in Nienburg fand, ist diesmal die private und gesellschaftliche „Care-Arbeit“. Der durch Alterung, Vereinsamung, sowie durch Stress bedingte Krankheitsprozesse steigende Bedarf könne mit den bisherigen familiären und gesellschaftlichen Sorge-Konzepten nicht mehr abgedeckt werden. Profitorientierte Angebote würden eindringen und führten zu prekärer Arbeit und Überforderungen bei den professionellen Pflegekräften der Sorgeeinrichtungen.
In der familiären Kindererziehung und Pflege gebe es Eltern- oder Pflegegeld nur als individuell zu beantragenden Anspruch auf eine Auszeit auf eigene Kosten.
Prof. Segbers schlägt aus sozialethischer Sicht als Alternative den Weg zu einer humanen Sozialstaatlichkeit vor, die jede Form von Arbeit (Haus-, Erziehungs-,Pflege- Freiwilligen- und Erwerbsarbeit) gleichermaßen honoriert und den Menschen nicht nur nach seinem Beitrag zur Erwerbsarbeit würdigt. Sein Thema ist dieses Mal: „Sorge für andere erfordert ein Grundeinkommen“. Dieses neue Sorge-Konzept wird er in Nienburg erstmals öffentlich erläutern und zur Diskussion stellen.

„Nie wieder arbeiten? Das Grundeinkommen für jeden“

Jahresmitgliederversammlung schaut zum Abschluss Dokumentation des BR

Am vergangenen Donnerstag fand die Jahresmitgliederversammlung 2014 der Bürgerinitiative Bedingungsloses Grundeinkommen Nienburg/Weser im Gemeindehaus der Kreuzkirche statt. Nach der Tagesordnung sorgte ein Dokumentarfilm zum BGE für einen runden Abschluss.

Zunächst aber legte Wolfgang Kopf einen Rückblick des vergangenen Jahres dar und stellte fest, dass die Bürgerinitiative sich als eine sozialkritische und positiv-alternative Bewegung darstelle. Die circa 15 anwesenden Mitglieder stimmten dieser Analyse zu.

Nach einem Bericht des SprecherInnenkreises, der Vorstellung der Finanzen durch Gudrun Selent-Pohl sowie der Feststellung durch den Kassenprüfer, dass die Kasse ordentlich geführt wurde, folgte die Entlastung des SprecherInnenkreises. Bei der anschließenden Neuwahl wurde der bislang amtierende SprecherInnenkreis bestätigt und besteht weiterhin aus Wolfgang Kopf, Dorian Spange (beide Nienburg), Gudrun-Selent-Pohl (Drakenburg), Axel Nürge (Leese) und Frank Zunk (Hannover).

Der nachfolgende Tagesordnungspunkt beschäftigte mit den geplanten Veranstaltungen des Jahres 2014, insbesondere die anstehende am 13. Mai mit dem Titel „Sorge-Arbeit“ mit Prof. Dr. Franz Segbers in der Kreuzkirche in Zusammenarbeit mit dem Diakonischen Werk. Deren Mitarbeiterin Marion Scharper stellte die Planungen und den Flyer den Mitgliedern vor.