Inge Hannemann: Ich komme gern wieder nach Nienburg!

Hartz-IV-Kritikerin plädiert für Bedingungsloses Grundeinkommen

Streitbar und kompetent – so erlebten die etwa 40 ZuhörerInnen, mehrheitlich Hartz-IV-Betroffene, den zweiten Auftritt der bundesweit bekannten „Hartz-IV-Rebellin“ Inge Hannemann (47) im Nienburger Kulturwerk. Die frisch gewählte Abgeordnete der Hamburger Bürgerschaft sprach auf Einladung der örtlichen Bürgerinitiative Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) zum Thema „10 Jahre Hartz IV – Erfolgsmodell oder Armutsfalle?“, kritisierte das geplante Hartz-IV-„Rechtsvereinfachungsgesetz“ und beantwortete Fragen von Betroffenen. Sie trat engagiert für Sanktionsfreiheit und Regelsatzerhöhungen als Schritte auf dem Weg zur „Rückabwicklung der Hartz-IV-Misere“ ein. Als sozialpolitische Alternative forderte sie die Einführung eines existenz- und teilhabesichernden Grundeinkommens: 11033357_10206155147387709_518707793_o„Verfügt der Mensch über einen finanziellen Grundstock und lebt ohne Existenznot, entwickelt er seine Talente und Fähigkeiten und will arbeiten – zu humanen Bedingungen!“ Auf Befragen der Moderatoren der Veranstaltung, Wolfgang Kopf und Dorian Spange vom BGE-SprecherInnenkreis, versicherte Inge Hannemann unter großem Beifall: „Im nächsten Jahr komme ich gern wieder nach Nienburg!“

Inge Hannemann in Nienburg

Inge Hannemann, inzwischen freigestellte Mitarbeiterin des Jobcenters Hamburg Altona, erregte bundesweites Aufsehen, weil sie sich weigerte, Hartz IV Sanktionen gegen Arbeitssuchende zu verhängen. Ihre erfolgreiche Bundestagspetion zur Abschaffung von Kürzungen der gesetzlich festgelegten Grundsicherung (Hartz IV) wurde am Montag, den 17. 03. vor dem Petionsausschuss des Bundestages verhandelt. Inge Hannemann konnte also exklusiv berichten.
Unter dem Thema: „Gewollte Armut“ hat Inge Hannemann aber auch kritisch das „Innenleben“ der Job-Center beleuchtet, was vor dem Hintergrund der bundesweit bekannt gewordenen skandalösen Vorkommnisse im Job-Center Nienburg (siehe Junge Welt, Stern und „Gegen Hartz“) besonders interessant wurde.
Ihre Forderung nach Sanktionsfreiheit für das gesetzlich festgelegte Existenzminimum sieht die Referentin auch als einen Schritt zu einem Bedingungslosen Grundeinkommen an.

Die Moderation übernahmen Mechthild Schmithüsen und Dorian Spange.

Hier der Artikel von „Die Harke“ (Zum Vergrößern klicken):